Beziehung Dänemark und Deutschland

Die Beziehungen zwischen Dänemark und Deutschland in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sind sehr eng. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, daß die Bevölkerungen beider Länder in den Grenzgebieten zum Teil vermischt sind, was auch an der mehrfachen Grenzverschiebung im Laufe der Geschichte liegt. So leben Dänen in Südschleswig, was zu Deutschland gehört und Deutsche leben im dänischen Nordschleswig. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickeln sich ohne staatliche Einflußnahme.

Die politischen Beziehungen können als problemlos bezeichnet werden. Zur Regelung der Minderheitenpolitik existieren die Bonn-Kopenhagener Erklärungen zur Minderheitenpolitik vom 29.03.1955.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern sind ebenfalls sehr eng. Mit 23 % bei der Einfuhr und 19 % bei der Ausfuhr nimmt Deutschland im dänischen Außenhandel jeweils den Spitzenplatz ein, Dänemark liegt bei den Ein- und Ausfuhren in Deutschland auf dem 19. bzw. 18 Platz. Die Einfuhren aus Dänemrk bestehen hauptsächlich aus Lebensmitteln, Möbeln, Kleidung und Arzneimittel, die Ausfuhren nach Dänemark sind vorwiegend Maschinen, Fahrzeuge, Chemikalien und Metallwaren. Dänische Unternehmen beschäftigen in Deutschland ca. 25.000 Arbeitnehmer, wobei die bekanntesten dänischen Unternehmen Netto, Dänisches Bettenlager, Rockwool, Danfoß, Velux und Carlsberg sind.

Die engen kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern gehen ebenfalls auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück. Das dänische Reich hatte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch ca. ein Drittel deutschsprachiger Bürger. Demzufolge sind die Deutschkenntniße in Dänemark größer sind als in jedem anderen nicht-deutschsprachigen Land. Deutsch ist nach Englisch die meistgelernte Fremdsprachen an dänischen Schulen. 85 % aller dänischen Schüler lernen mindestens 2-3 Jahre Deutsch. Die engen kulturellen Beziehungen resultieren auch daraus, daß das dänische Königreich in der Vergangenheit bis an die Elbe reichte. So war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Hamburger Stadtteil Altona die zweitgrößte Stadt des dänischen Reiches.